Heilige Konstantin und Elena - Das Kloster der Varna

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Saints Constantine and Helena - The Monastery of Varna
Heilige Konstantin und Elena - Das Kloster der Varna
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Sf Constantin şi Elena - Mănăstirea oraşului Varna
Die Geschichte
   Entlang der bulgarischen Schwarzmeerküste wurden viele Kirchen und Kapellen errichtet – einige davon existieren auch heute noch. Andere wiederum wurden im Verlauf der Jahrhunderte zerstört. Von Wohltätern wurden sie einstmals als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber den Heiligen gestiftet. Eine jener mittelalterlichen Kartausen stellt das Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ etwa 11 km nördlich von Varna, dar.

    Die Varnaer Bucht wird von zwei Kaps begrenzt. Auf dem südlichen Kap, Galata genannt, liegt ein gleichnamiger Stadtteil von Varna. Auf dem nördlichen Kap befindet sich das Kloster „Heiliger Dimiter“. Weiter oberhalb liegt das Schloss „Evxinograd“ und darüber erstreckte sich einst das Besitztum des Klosters „Heilige Konstantin und Elena“. Heute gibt es das erste Kloster, „Heiliger Dimiter“ nicht mehr. An seiner Stelle erstreckt sich jetzt der Schlosspark von „Evxinograd“. Vom zweiten Kloster ist nur noch wenig übrig geblieben – die kleine Kirche und ein Gebäude mit zwei bis drei Zellen. Ringsum erheben sich jetzt die modernen Bettenburgen einiger Hotels des Kurkomplexes „Heilige Konstantin und Elena“.

    Wann das Kloster errichtet wurde, ist nicht genau bekannt. In Überlieferungen wird berichtet, dass es Anfang des XVIII. Jahrhundert gegründet wurde. Anlass zu diesem Schluss gibt eine der ältesten Kirchenikonen im alten Ikonostas des Gotteshauses. Zwischen den beiden Figuren erkennt man eine ziemlich beschädigte Inschrift, welche aussagt:
...in Anbetracht der großen Furcht der Christenheit ... in Zarigrad (Konstantinopel) anno 1713 ...
    Nach Aussagen der ältesten Varnaer Bürger befand sich in der Kirche bis Mitte des XX. Jahrhunderts eine Ikone mit dem Abbild der beiden Heiligen. Aller Wahrscheinlichkeit nach war sie in Konstantinopel gemalt, danach hierher befördert und am Ikonostas der Klosterkirche untergebracht worden.

    Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um eine Annahme, weil die ältesten Zeugnisse zur Gründung einer orthodoxen Kapelle an dieser Stelle, später der Kirche und der Ansammlung von Gebäuden – des Klosters aus der Zeit des bulgarischen Zaren Ivan Alexander (1331 – 1371) stammen. Rückblickend erkennen wir, dass Venedig und Genua zu dieser Zeit Versuche unternahmen, Zugang zu den bulgarischen Schwarzmeerhäfen zu erhalten. Venedig gelang es zuerst einen Vertrag mit Bulgarien auszuhandeln und eroberte den bulgarischen Markt dessen Zentrum Varna wurde. Eine große Anzahl Venezianer siedelte danach in der Stadt und so entstand das venezianische Viertel in unmittelbarer Nähe des Hafens.
    Fast unmittelbar nach den Venezianern gelang es auch der Republik Genua mit den Bulgaren einen Vertrag abzuschließen. Die bulgarischen Kräfte – bereits mit Venedig verbunden, zeigten sich zwar nicht sehr wohlwollend Genua gegenüber, versagten den Zugang zu den Häfen jedoch nicht. Diese Indignation nötigte die Genueser jedoch, ihre Siedlung außerhalb der Mauern von Varna zu errichten. Man nannte sie „Kastritsi“. Es handelte sich hierbei um das Gebiet, wo sich heute Schloss „Evxinograd“ und der Seebadkomplex „Heilige Konstantin und Elena“ befinden. Der Hafen jedoch befand sich am Nordende der Bucht von Varna und war dadurch natürlich gut vor den scharfen Nordwinden geschützt.

    Das gesamte Gebiet war von uralten Wäldern bewachsen. Einige Hundert Meter nördlich gab es zahlreiche Mineralquellen und eine geweihte Quelle. Über das Wasser dieser Quelle ist bekannt, dass es eine ausgesprochene Heilwirkung besitzt. Dank des neuen Stadtviertels belebte sich das Gebiet sehr rasch. Dort lebten Fischer, Seeleute, Kaufleute und eine Vielzahl von Menschen, welche die Heilwirkung der Quelle suchten, um sich von ihren Leiden zu kurieren.
    In dieser Zeit (XIII. – XIV. Jahrhundert) erreichte das Christentum in Bulgarien seine höchste Blüte. Angehörige der bulgarischen Aristokratie gaben reichlich Mittel für die Gründung sowohl eigenständiger Glaubenstempel als auch ganzer Klosteranlagen.

    Bereits im XIV. Jahrhundert errichteten die Varnaer bei der Heilquelle, unweit des neuen Stadtviertels eine kleine Kirche. Später wurde ein Zellenkomplex angebaut und nach und nach fanden sich heilige Männer als Bewohner ein. Das Kloster war entstanden. Neben den Mönchen fanden sich auch viele Einsiedler hier ein. Die Gegend entwickelte sich danach rasch zu einem Zentrum geistlichen Lebens. Seither wird diese Region bis zum heutigen Tag „Manastirski Rid" (Klosterhügel) genannt.

    Im XV. Jahrhundert verließen die Genueser das bulgarische Gebiet. Bulgarien fällt unter den Schlägen der osmanischen Sultane. Das Kloster lebt selbst unter den schwersten Bedingungen des türkischen Regimes weiter. Im XVII – XVIII Jahrhundert kommt das Klosterleben allmählich zum Erliegen. Mehrfach wurden die Gebäude bis dahin gebrandschatzt und dem Erdboden gleich gemacht. Die Menschen wurden verjagt oder getötet. Sogar das Wort „Kloster“ darf nicht mehr ausgesprochen werden und wird sehr gefährlich.
    Für die Bewohner der Region ist dieser Wald jedoch heilig. Erneut kommen Menschen hierher oder die einst Verjagten finden sich wieder ein. Sie kamen Gott zu dienen, zu leben, zu helfen, sich zu kurieren oder aber einfach zu einer Wallfahrt. Auf diese Art überlebte die göttliche Stätte „Heilige Konstantin und Elena“.

    In der alten Genuesersiedlung wurde an Stelle der, von den Osmanen Anfang des XIX. Jahrhunderts zerstörten Kirche, ein kleines Gotteshaus im Gedenken an den Heiligen Dimiter errichtet. Für die Errichtung des gleichnamigen Klosters war Anlass eine Überlieferung über die wundersame Errettung der Schiffe von Kapitän Dimiter in der Bucht südlich von Kap Sovanlak. Als Zeichen der Dankbarkeit für das Wunder wurde eine Kapelle zu Ehren des Heiligen gebaut. Das Ereignis fällt offensichtlich in die zweite Hälfte des XVIII Jahrhunderts. Dies lasst die Datierung der Ikonen im Glaubenstempel vermuten, wobei die älteste von 1717 stammt.

    Während der Zeit des Russisch-Türkischen Krieges von 1828 – 1829 war ein Teil der russischen Truppen im Gebiet des Klosters „Heilige Konstantin und Elena“ untergebracht. Mit den Einheiten reiste auch der russische Militärhistoriker Viktor Tepljakov, welcher in seinem Buch „Briefe aus Bulgarien“, herausgegeben 1833 in Moskau schreibt: “Das Kloster Heilige Konstantin und Elena ist eine arme Kartause... auch die Kirche des Klosters ist sehr kümmerlich ausgestattet, trüb und eng... wie alle übrigen bulgarischen Kirchen.” 1828 stellen die Russen die Kirche „Heiliger Dimiter“ wieder her und errichten herum ein Feldlazarett. Nachdem die Soldaten abgezogen wurden entstanden in den Lazarettgebäuden Zellenräume und zusammen mit der Kirche entstand der klösterliche Charakter.
    Nach Ende des Krieges erlebt das Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ eine erneute Blüte. 1832 kommen die Brüder Theodossij und Agapij Kantardzhievi aus Veliko Tarnovo als Obermönche hierher. Sie verwandeln das Kloster in einen echten heiligen Zufluchtsort. Es folgen Jahre materieller und geistlicher Hochkonjunktur. Vater Theodossij organisiert und gründet das Kloster „Heiliger Dimiter“ indem er die gleichnamige Kirche und die umliegenden Lazarettgebäude integriert. Sein Bruder, Vater Agapij erneuert das fast völlig zerstörte Kloster „Heilige Konstantin und Elena“. Die beiden Mönche erweisen sich als kompetente Männer und beginne die Bauarbeiten mit eigenen finanziellen Mitteln. Klosterzellen werden errichtet, Mauern und Brunnen gebaut.

    Man pflanzt Weinreben und legt Gärten an. Später organisieren die Brüder eine Kampagne zur Sammlung von Mitteln von heimatliebenden Bulgaren aus dem ganzen Land. In dieser Zeit ist das Nationalbewusstsein der bulgarischen Bevölkerung in Varna äußerst niedrig und bescheiden. Die einheimischen Griechen, die griechischen Gagausen und andere ethnischen Gruppen wollen nicht helfen – nein sie behindern sogar, wo sie nur können. Trotz zahlreicher Konflikte mit der griechischen Bevölkerung, ungeachtet zahlreicher Überfälle durch Räuberbanden gelingt es den beiden Mönch-Brüdern Theodossij und Agapij durch Einsatz großer körperlicher und geistiger Energie im Verlauf von etwa 30 Jahren ein hohes Niveau und den hervorragenden Ruf der beiden Klöster zu begründen.
    Ein äußerst interessanter, wenn auch kaum bekannter Fakt ist, dass zur Zeit des Krimkrieges (1853 – 1856) als in Varna eine schreckliche Cholera-Epidemie ausbrach, viele Einheimische Zuflucht an diesem heiligen Ort suchten!

    Was eigentlich bewirkten die beiden Brüder, vorgenannte Theodossij und Agapij 1832 hier? Nach einer Grundbucheintragung von 1822 gehörten zum Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ 32 Dekar Land und zum Kloster „Heiliger Dimiter“ 10 Dekar – das heißt, der Hof um die Kirche und die angrenzenden Lazarett-Baracken. Nur 34 Jahre später – nämlich 1866 besitzt das Kloster „Heiliger Dimiter“ bereits 460 Dekar Felder, Gärten und Weinberge, eine Wassermühle und andere Immobilien.

    Das Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ wo der Abt Agapij noch reicher war, schon über 1000 Dekar Weinberge, Gärten und weitere Ländereien in der Gemarkung des Dorfes Kestritch (jetzt Vinitsa, ein Stadtviertel von Varna) besaß und von deren Einnahmen jährlich eine erkleckliche Summe dem Kloster zugute kam. Nach einer Landvermessung im Jahre 1909 besaß das Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ zur Bewirtschaftung 1600 Dekar Felder, Weinberge, Gärten, Wohnimmobilien und Höfe, sowie Parks, Wälder und Brachland.
    Am Anfang der brutalen griechisch-religiösen Vorherrschaft während der Sechziger Jahre des 19 Jahrhunderts war das Kloster Allgemeingut der Varnaer Gläubigen und der Christen aus der näheren Umgebung ohne Unterschiede von Nationalität und Herkunft. Denn es wurde hauptsächlich durch öffentliche Mittel erhalten. Für den Aufbau wie auch für die Nutzung der Immobilien und wurden Griechen wie Bulgaren gleichermaßen als Verwalter eingesetzt.

    Im Winter 1866 verstarb der Obermönch Agapij, Abt des Klosters „Heilige Konstantin und Elena“. Im darauffolgenden Sommer 1867 segnete auch Theodossij, der Abt vom Kloster „Heiliger Dimiter“ das Zeitliche.

    Nach ihrem Tode übernahm der Geistliche Konstantin Danovski für kurze Zeit die Leitung beider Klöster. Schon sehr bald gelang jedoch es den einflussreichen Varnaer Mäzenen, ihn zu verjagen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Gottesdienste in beiden Klöstern sowohl in Kirchenslawisch als auch in griechischer Sprache abgehalten – In Abhängigkeit von den jeweiligen Besuchern des Gottesdienstes. Selbst wenn nur eine einziger anderssprachiger Gottesfürchtiger anwesend war, wurde auch in dessen Sprache zelebriert. Nach 1867 wirken im Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ ausschließlich griechische Priester – natürlich finden die Gottesdienste auch nur in Griechisch statt. Im Kloster „Heiliger Dimiter“ werden gar keine Messen mehr abgehalten. Es wird lediglich als Vergnügungsstätte und Gasthaus bzw. Hotel genutzt. Jedes Jahr wurde es erneut zur Pacht ausgeschrieben.

Vater Konstantin Danovski wurde am 20. August 1830 im Dorf Ustovo beim heutigen Smoljan, geboren. Seine Ausbildung erhielt er im Heimatdorf. Zwei Jahre lang war er Schüler in Ustovo und im Nachbardorf Raijkovo. Kaum 17-jährig kam er 1847 nach Varna, wo er sofort als Lehrer im Dorf Nikolajevka (Gebiet Varna) eingesetzt wurde. 1856 – 1857 verheirat sich Vater Konstantin Danovski mit der Tochter des örtlichen Bürgermeisters von Nikolajevka und wird zum Priester vorgesehen. Längere Zeit dient er beim griechischen Metropoliten in Varna. Bereits 1865 wird er der erste offizielle bulgarische Priester in der Stadt und wird Vorsitzender der kirchlichen Schulverwaltung. Am 18. November 1918 verstirbt Vater Konstantin einsam, verlassen und in tiefster Armut.

    Zur Mitte der Sechziger Jahre des XIX. Jahrhunderts kochen die Emotionen der Bulgaren für eine unabhängige bulgarische Kirche über. Immer stärker wird die Forderung nach einer Loslösung von der Patriarchie von Zarigrad (Konstantinopel) laut. Nun begann der charakteristische Niedergang kirchlicher Güter wie Gotteshäuser, Abteien und kirchliche Ländereien. Dessen nicht genug, brachte die Verwaltung durch das griechische Patriarchat einen schweren Schlag für die Bulgaren. In einem Rundbrief vom 1. November 1865 verlängerte es seine Metropolien und sicherte sich somit alle Vorrechte bezüglich Immobilien welche als Kirchenland zu den Klöstern gehörten, zu Schulen, Kirchen, Klöstern, Lesesälen und den Metropolien (Bistümern) mittels unerlässlicher Eigentumsnachweise.

    Auf Grund der geringen Zahl der bulgarischen Bevölkerung in Varna – weniger als ein Zehntel der Gesamtbevölkerung – haben die Bulgaren keine Macht sich mit der griechischen Metropolie wegen der Kirchen und Klöster schlüssig auseinander zu setzen. So bleibt jeglicher Kirchenbesitz, eingeschlossen alle Klöster mit ihrem Land, für lange Jahre unter der Vorherrschaft der griechischen Kirchenfürsten. Diese Vorherrschaft dauerte sogar noch bis nach der Befreiung an. Die Frage zur ungesetzlichen griechischen Herrschaft wurde von der Varnaer bulgarischen Stadtverwaltung zwar vorgetragen – blieb jedoch ohne Entscheid.
    Metropolie von Varna weiterhin alle klösterlichen Weinberge, Gärten Felder und Immobilien und verpachtet diese jährlich neu. Nach Pavel Kaljandzhiev,Varnaer Verleger und Rechtsanwalt, betrug die jährliche Einnahme des Klosters „Heiliger Dimiter“ etwa 150 türkische Lira und der Erlös vom Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ – 250 türkische Lira. Mit diesen Mitteln wurden lediglich griechische kulturelle Einrichtungen der Stadt Varna sowie Schulen und das griechische Krankenhaus in Varna unterstützt.

    Das Krankenhaus nahm auch nur Griechen und griechenfreundliche Bulgaren auf. 1870 – auf dem Höhepunkt der griechischen geistlichen Autorität – waren zwei Griechen, ein Bulgare und ein Vertreter der türkischen Hegemonie mit der finanziellen Verwaltung und der Wirtschaft des Klosters betraut. Wie eine Bank vergab das Kloster Kredite an Dörfer und Verwaltungen zum Wiederaufbau von Kirchen und Schulen. Natürlich hatten die beiden Griechen leichtes Spiel, um die Vergabe der Mittel zum Vorteil ausschließlich griechischer Kultureinrichtungen zu steuern. Der Vertreter der türkischen Macht mischte sich nur selten mit Gegenstimme ein und der einzige Bulgare in der Kommission hatte demnach keine Macht irgend etwas dagegen zu unternehmen. Fortwährend wurde auch die Klosterverwaltung von der geistlichen griechischen Verwaltung in Varna abglöst. Sogar nach der Befreiung vom türkischen Joch hielt dieser Zustand noch an.
    Den Geschmack der neuen Freiheit kostend, entdeckten die Bürger von Varna in den Klöstern rasch noch weitere Potentiale. Außer in ihrer Rolle als geistliche Begegnungsstätten finden die Menschen ideale Plätze zur Erholung, für Spaziergänge, Ausflüge und Ablenkung in den Klöstern. Wegen der Nähe zur Stadt, der überaus schönen Natur, den heilsamen Wässern und hervorragenden Weinen werden sie tagtäglich von den Bürgern besucht. So beginnt die Umwandlung der beiden Klöster: Statt zu Stätten der Andacht – werden sie mehr und mehr zu Vergnügungslokalen. Priester Hristo Varbanov schreibt in seinen Erinnerungen von Herbergen.

    Vom 4. bis 22. August weilt der bulgarische Fürst Alexander I. in Varna. Zu dieser Zeit lancierte bereits die Idee, Varna in eine Sommerresidenz des Fürstentums zu verwandeln. Alexander von Battenberg kam nach Varna um den ersten Spatenstich auszuführen und den Grundstein zur neuen Kathedrale zu legen. Im Kloster „Heiliger Dimiter“ nahm Battenberg damals Quartier. Während seines gesamten Aufenthalts war das öffentliche Leben Varnas von der bulgarisch-griechischen Rivalität geprägt. In allen städtischen Obliegenheiten gab es zwiefache Vorstellungen und Entwicklungen: Die bulgarische - im Namen der Bevölkerung und die griechomanische im Namen der griechischen Metropolie und deren Verwaltung. Die Bulgaren nutzten den Besuch des Staatsoberhauptes, um sich über die Griechomanen hinwegzusetzen und seine Aufmerksamkeit zu erregen, trotzdem sie die wenigsten Kräfte in der Stadt auf ihrer Seite haben. Die Griechomanen wiederum beschwerten sich offiziell beim Fürsten Alexander I: Sie seien ständigen Repressionen durch die Bulgaren ausgesetzt.
    Auch zwischen den Bulgaren in Varna konnte man damals zwei unterschiedliche Lager ausmachen: Das eine war vorwiegend radikal; es waren die Herausgeber und Parteigänger der „Varnaer Zeitung“, welche sich aus Intellektuellen und Jugendlichen unter der Führung von Pavel Kaljandzhiev zusammensetzten – vorwiegend nach der Befreiung nach Varna gezogen. Das zweite Lager bestand aus gemäßigteren Zeitgenossen, vertreten durch Metropolit Simeon und bekannte Varnaer Bürger, deren Wurzeln auch hier lagen.

    Darunter findet man Namen wie Bürgermeister Janko Slavtchev, Bezirksvorsteher Petar Stantchev sowie einflussreiche und begüterte Bürger, d.h. die alten Varnaer Geldsäcke. Die Intelligenz agierte für radikale Maßnahmen in bezug auf die Griechomanen. Sehr diplomatisch reagierte der Fürst auf die antibulgarischen Demonstrationen, indem er die Entscheidung den örtlichen Verantwortlichen und der Gerichtsbarkeit überließ und sie aufforderte endlich ihre Pflicht, zu welcher sie berufen waren, zu erfüllen. Die „Varnaer Zeitung“ gab die Auflage später folgendermaßen bekannt: „Verantwortung und Bewirtschaftung (der Klöster „Heilige Konstantin und Elena“ und „Heiliger Dimiter“) hat die griechischen Metropolie nach Recht und Gesetz in die Verantwortung der Varnaer Stadtverwaltung zu übergeben – einbezüglich den Rechten auf städtische Läden und Werkstätten, Brachland, Märkte, das gesamte Stadtgebiet einschließlich aller Steine und allem, was oberhalb und unterhalb der Erdoberfläche existiert, ebenso wie Gärten, Weinberge, Badeanstalten und Klosterliegenschaften.“

    Der Stadtrat beeilte sich, einige seiner Mitglieder zu beauftragen, ein Verzeichnis allen Inventars, sowie aller Immobilien und Liegenschaften anzufertigen und diese in Administration zu nehmen. Gleichzeitig beantragte der Chef der Varnaer Eparchie, Se. Hochwürden Simeon, zwei Priester für die Verwaltung der beiden Klöster „Heilige Konstantin und Elena" und "Heiliger Dimiter“

The Bishop of Varna and Preslav, Simeon (1840-1937), came from a purely Bulgarian family by his father’s origin and was in close relationship with the family of Stephen Karadja, a leader of the Bulgarian struggle against the Turks in the 19c. Archimandrite Simeon, a coadjutor to Bishop Antim at that time, accompanied him on his way to Constantinople where the latter was elected Bulgarian Exarch on February 12, 1872. On August 21, 1872 Archimandrite Simeon was consecrated the Bishop of Varna and Preslav. After the Liberation from the Ottoman domination (1878) Bishop Simeon was appealed to creative work together with all leading then Bulgarian intellectuals. Bishop Simeon carried out church constructing works on a large scale. On his arrival in the dioces in 1872 62 churches and 6 chapels existed. By the time of his death in 1937, 137 new churches and 35 chapels were erected, or 173 in total.

    In einem Brief an Todor Ikonomov interpretiert Metropolit Simeon die Ereignisse des Sommers folgendermaßen: „Über den Aufenthalt des Fürsten blieb ein gutes und ein schlechtes Andenken... Das gute ist die Grundsteinlegung für die bulgarische Kathedrale, welche in Varna errichtet werden soll und deren Bau gegenwärtig vorangeht. Als schlechte Erinnerung bleibt die Entfachung und Verstärkung der Hassgefühle zwischen Bulgaren und Griechen, welche sich wie überall auch hier in jeder Beziehung von den Bulgaren abtrennen wollen. Sie geben sich in dieser Hinsicht alle Mühe, zu zeigen, dass sie Griechen und keine Bulgaren sind... Ebendies zeigte sich auch besonders bei den Abgeordneten, welche vor dem Fürsten erschienen, ihm zu huldigen und ihn zu seiner glücklichen Ankunft in Varna mit schmeichlerischen Serenaden zu beglückwünschen... Der Eifer der Griechen stört unsere Bulgaren, welche die Zeit verändern möchten. Sie bemühen sich, die griechische Bevölkerung zu bewegen, sich dem Einfluss des Bulgarentums unterzuordnen, zu vergessen, dass sie Griechen sind – eine Sache, die aber nur die Zeit allein regeln kann. Deshalb fragen sie, hinterfragen historische Dokumente, suchen Aufzeichnungen, um herauszufinden, von wem die Kirchen in Varna errichtet wurden, wer die Klöster erbaute, wessen Stiftungen die Ländereien sind und so weiter... dann, wenn sie genügend Material und Beweise gesammelt haben werden, einen Gerichtsentscheid herbeizuführen, was für die Bulgaren überaus sinnvoll ist“
    So wurde dann 1880 mit der Errichtung der neuen bulgarischen Kathedrale begonnen und zwischenzeitlich keimte die Idee zur Schaffung einer fürstlichen Sommerresidenz in Varna. Das bewirkte gleichsam auch eine Konkordanz zwischen den radikalen Jugendlichen und den gemäßigten Bulgaren Varnas. Resultate ließen nicht lange auf sich warten. Im Mai 1881 wurde Fürst Alexander I. vom Stadtrat erneut nach Varna eingeladen. Man beschloss seitens des Rates, das Kloster „Heiliger Dimiter“ erneut für den Aufenthalt des Staatschefs anzumieten.

    Besonders aktiv war der neue Bürgermeister von Varna, Mihail Koloni. Er organisierte nicht nur die grundhafte Erneuerung der Straßen, die Verbesserung der städtischen Hygiene und den Umbau des Klosters – er brachte auch seine eigenen europäischen Möbel von Bukarest hierher, mit denen er die Gemächer Alexanders I. ausstattete.

Mihail Kostov Koloni wurde am 27. November 1817 in Sliven geboren, lebte seit seinem 12. Lebensjahr in Bukarest. Er erhielt eine griechische Ausbildung. Er wurde Hauslehrer der Kinder von Fürst Gika. Nach dem Sturz Gikas im Jahr 1842 ging Koloni zum Studium nach Paris. 1848 kehrt er nach Bukarest zurück. Er unterstützt den Bau einer bulgarischen Kathedrale in Bukarest (1853). Er spendete Mittel für die Aufstellung der Zweiten Bulgarischen Legion (1867 – 1868). Mitglied des Geheimen Bulgarischen Zentralkomitees TZBK. Bis 1878 wirkt er ununterbrochen an der Befreiung Bulgariens mit. Er brachte einen nicht unbedeutenden Anteil Ländereien und des Warenumschlages an sich. Nach der Befreiung veräußerte er seine Immobilien in Rumänien und ließ sich 1879 dauerhaft in Varna nieder. Als angenehme Persönlichkeit, hochgebildet, uneigennützig – Mihail Koloni eroberte rasch die Gunst der Varnaer Bürger. Trotz vorangeschrittenem Alter (damals 64 Jahre alt) beeindruckt er die Bevölkerung mit seinen unglaublich fortschrittlichen Projekten. Er hatte die Ambition, die Stadt in einen erstrangigen Seehafen, Seebad und Sommerhauptstadt zu verwandeln. Sein Vorschlag war es, ein Hotel mit angrenzendem Park und Bademöglichkeiten zu errichten. Die städtische Kanalisation voranzutreiben, ein Theater und eine Markthalle zu bauen. In einigen Fällen, wenn sich keine öffentliche Unterstützung fand, finanzierte Mihail Koloni alleine die Vorhaben zum Allgemeinwohl. Allmählich verringerte sich auf diese Weise sein umfangreiches Kapital mit welchem er einst nach Varna gekommen war und er stirbt in tiefster Armut.

    Am 13. Juni 1881 kommt Fürst Alexander I. erneut nach Varna. In diesen Junitagen hatte das Kloster „Heiliger Dimiter“ tatsächlich das Gesicht der Sommerresidenz eines fürstlichen Staatsoberhauptes. Hier wurden Staatsgeschäfte getätigt, Beschlüsse gefasst, Gesetzesentwürfe ausgearbeitet und so weiter. Am meisten jedoch wurde die Idee der Sommerresidenz vom Gefolge Alexanders I. erörtert. Diese Idee wurde damals von der Lokalpresse wie folgt kommentiert: „Man spricht darüber- schreibt am 20. Juni die Zeitung „Freies Bulgarien“, - dass der neue Stadtrat die Absicht hegt, die beiden Klöster „Heilige Konstantin und Elena“ und „Heiliger Dimiter“, welche bereits vor einigen Jahren arglistig und frech von einer Handvoll griechischer Prokuranten in Beschlag genommen wurden, enteignen will.” Der Besuch des Fürsten wurde von der bulgarischen Bevölkerung als Offensive gegen den Phanariotismus der griechischen Gagausen von Varna genutzt. Dieses Problem wurde gleichzeitig auch von Metropolit Simeon, dem Bürgermeister Mihail Koloni, dem Bezirksverwalter Petar Stantchev und anderen Varnaer Vertretern der öffentlichen Meinung aufgegriffen und dem Staatschef sowohl offiziell als auch inoffiziell über Verbindungen mit Höflingen des Fürsten vorgebracht.
    Im Juli begannen dann in den Amtszimmern des Herrschers Vorgespräche mit der griechischen Verwaltung über den Ankauf des Klosters „Heiliger Dimiter“. Das bedeutete einen großen Schock für die griechische Kirchenverwaltung. Diese hatte natürlich keinesfalls die Absicht, die Klöster herauszugeben, und kündigte an, sich beim Patriarchen in Zarigrad (Konstantinopel) zu beschweren. Am 7. August 1881 fasst der Varnaer Verwaltungsrat den Beschluss, „eine Freifläche abzutreten oder käuflich zu erwerben... zur Errichtung eines Palastes“.

    Von der griechischen Verwaltung wurde diese Entscheidung selbstverständlich unverzüglich gerichtlich angefochten. Im November wurde jedoch vom Innenministerium eine spezielle Kommission zur Festlegung eines angemessenen Preises für das Kloster eingesetzt. Die Varnaer Stadtverwaltung begann unverzüglich mit dem Ankauf der umliegenden Weinberge, um die Parzellen für die künftige Residenz abzustecken.

    Allenfalls wurde das Gelände schon „Sandrovo“ benannt, um dem Fürsten anzuzeigen, dass es sich hierbei um ein Geschenk handelte. Im Januar 1882 beschloss der Ministerrat, das Kloster „Heiliger Dimiter“ in der Nähe von Varna als Sommerresidenz zu nutzen. Nach Alexander Golovin, persönlicher Sekretär des Fürsten Alexander I. verschenkte die griechische Kirchenverwaltung großzügig das Kloster an Alexander von Battenberg. Dieser jedoch stiftete großzügig 50 000 Lewa (den Preis für das Kloster). Augenfällig bleibt der außergewöhnliche Umstand, dass die griechische Metropolie das Recht zur Veräußerung der klösterlichen Immobilien behält. Der französische Vizekonsul in Varna empfahl im Mai 1882 dem Bürgermeister den Ankauf des Klosters. Somit wurde es zur offiziellen Sommerresidenz des bulgarischen Monarchen.
    Und das beschließt auch das Ende eines kleinen Klosters, welches einst unweit von Varna, genau 50 Jahre, nämlich von 1832 – 1882 bestand und es begann nun die Geschichte des Schlosses „Evxinograd“. Seit Mai 1882 ist das Kloster „Heiliger Dimiter“ bereits offizielle Residenz des bulgarischen Staatsoberhauptes. Während der Sommermonate werden dort staatliche Probleme vorgetragen, und höfische Intrigen gesponnen. Geistlichkeit wurde durch Weltlichkeit abgelöst. Erst viel später begann man das zu erkennen. Bis zum heutigen Tage hält der Erkennungsprozess noch an...

    Am 15. August 1882 wurde feierlich der Grundstein zum neuen Schloss gelegt. Der zeremonielle Akt der Weihung wird von den hochheiligen Metropoliten Simeon von Varna und Preslav, Gregorij von Dorostol und Tcherven sowie Nathaniel von Ohrid und Plovdiv durchgeführt.

    Der Rat erwirbt alle Beglaubigungen, dass Schloss von Bulgaren errichtet ward und über Jahrhunderte der gesamten christlichen Bevölkerung erhalten bleiben wird. Der Bezirksrat erhob Klage gegen die griechische Geistlichkeit und gegen die Schulvorstände der Stadt Varna und verlangte die Übergabe der Leitung, der Wirtschaft und der Nutzungsrechte aller Immobilien des Klosters. Erst acht Jahre danach, im Oktober 1899, begann der Prozess. Im Anschluss wurde das Kloster von der griechischen Metropolie an die Bulgaren übergeben. Seitdem war die Ständige Wirtschaftskommission beim Varnaer Bezirksrat Inhaber der klösterlichen Liegenschaften und verantwortlich für die Bewirtschaftung. Zunächst wurde 1901 eine Praktische Weinbauschule projektiert. Zu diesem Zweck errichtete man einige Gebäude als Schule und Kellerei.
    1903 wurde dann eine Versuchseinrichtung konzipiert. Dazu wurden etwa 100 Dekar landwirtschaftliches Versuchsgelände genutzt. Man begann mit der Wasserregulierung im Gebiet verlegte Stromleitungen und stellte machte Mittel bereit für die Wasserversorgung. Weinberge und Gärten brachten reiche Ernten und versorgten die Sommerfrischler mit Obst und frischem Gemüse. Auch in einem Prozess vor dem Völkergericht in Den-Haag 1919 wurde keine für die Bulgaren zufriedenstellende Lösung gefunden.

    Wegen des äußerst günstigen Klimas wurde 1906 von der Zarin Elena mit privaten Mitteln ein Sanatorium für Kinder errichtet. Man erbaute Ställe und alle möglichen Räumlichkeiten und legte eine Farm zur Rassegeflügelzucht, Schweine- und Rinderzucht an. Einige Jahre später wurden die Anlagen jedoch wegen der ständigen Belästigung und aufgrund von Behinderungen durch die Regierung wieder geschlossen. Ab 1907 wurde darüber nachgedacht, hier eine Kuranlage zu schaffen. So wuchs bereits im folgenden Jahr das erste Hotel, welches bis heute noch den Varnaer Bürgern als Hotel „Prag“ bekannt ist. Namentlich 1908 rechnete man dieses Hotel als Beginn zur Entstehung des neuzeitlichen Seebades von Bulgarien „Heiliger Konstantin“.

    Ab 1907 wurde darüber nachgedacht, hier eine Kuranlage zu schaffen. So wuchs bereits im folgenden Jahr das erste Hotel, welches bis heute noch den Varnaer Bürgern als Hotel „Prag“ bekannt ist. Namentlich 1908 rechnete man dieses Hotel als Beginn zur Entstehung des neuzeitlichen Seebades von Bulgarien „Heiliger Konstantin“. Außerdem wurden alle Klassenräume des ehemaligen Weinbauseminars zu Ferienwohnungen für Familien umgebaut. 1910 errichtete man über dem Gebäude beim Brunnen eine weitere Etage mit 12 Zimmern und Ausgang zum Hof.
    Ein neues Gebäude wurde dann schon 1911 neben dem alten Klostergebäude erbaut. Es hatte zwei Etagen und bekam weitere 12 Wohnungen für Urlauber. In den Jahren 1912 – 1913 wurde ein Backhaus zur Dienstleistung für die Feriengäste errichtet. Hier konnten die Familien ihre Ferkel, Lämmer, Brot, Banitza und Gjuvetch selbst grillen oder backen. Weiterhin wurde ein großes schönes Büffet eingerichtet. Unter diesem „Büffet“ darf man sich eine Theke mit dahinterliegender Küche und allen dazugehörigen Räumlichkeiten vorstellen.

    Speisen und Getränke wurden am Büffet ausgegeben und an Gartentischen und –stühlen, welche rundum gruppiert waren, verzehrt. Auf diese Weise wandelte sich das Versuchsgelände nach und nach immer mehr in ein echtes Seebad. Hier dienten Mönche und Priester aus Varna und kümmerten sich stets um das Wohl des geistlichen Zentrums. Ältere Varnaer Bürger erinnern sich, dass während der Fastenzeiten die Feiern deutlich weniger waren. Am Büffet wurden lediglich Fastenspeisen angeboten und das Kloster hatte stets Mühe die Vielzahl der Gläubigen aufzunehmen, die gekommen waren um sich geistiger Reinigung zu unterziehen und im Gebet Zwiesprache mit Gott zu halten.
    Im Altarraum der Kirche, hinter dem Thron findet sich die Heilige Quelle. Auch heute noch können Varnaer wie Gäste aus aller Welt sich von dem geweihten Wasser holen. Groß ist die Zahl derer, die im Glauben an Gott und natürlich auch im Vertrauen auf die Heilige Einheit von Konstantin und Elena Linderung ihrer Beschwerden fanden. Einige Fälle – auch aus unseren Tagen – sind bekannt, wo Menschen mit Augenleiden Linderung und Heilung fanden.

    Neben der Weinherstellung befassten sich die Mönche Anfang des XX. Jahrhunderts auch noch mit anderen Praktiken. Sie behandelten Menschen mit Produkten der Weinrebe. Die Flüssigkeit der Weinbeere bringt Freude Wohlbefinden ins menschliche Herz. Aber auch die anderen Bestandteile wie Kerne, Trester usw. beinhalten heilende Wirkstoffe. Menschen mit bestimmten Krankheiten unterzogen sich beispielsweise Weinbeerendiäten. In Verbindung mit der reinen Natur und dem heilkräftigen Wasser, inbrünstigem Gebet und „Seelenreinigung“ wurden viele Kranke auf diese Art von ihren Leiden befreit. Aus den Kernen der Weinbeeren wurden aber auch kosmetische und medizinische Produkte hergestellt.

    Die Anfänge des heute existierenden Parks rund um das Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ wurden 1925 geschaffen. Gründer war der Architekt des „Meeresgartens“ von Varna – der Tscheche Anton Nowak. 1931 beendete der Agronom S. Dzhartov, Dozent am Varnaer Landwirtschaftsinstitut, die Arbeiten am Park. Seine Schüler leisten hier ihr Praktikum, legen Alleen an und gestalten den Park rund um Kloster.

    Die Ländereien des Kloster – ca. 1600 Dekar - fallen nach der Befreiung an die Stadt Varna. 1937 – 1940 wurde das Land nach einem Beschluss der Stadtverwaltung parzelliert und mit breiten Alleen versehen. Die Seiten der Alleen wurden mit Ahornbäumen, Kastanien und Linden bepflanzt. Die Gesamtlänge der Alleen beträgt 6 km. Insgesamt wurden 1600 Bäume gepflanzt.
    „Um das kleine Kloster war alles gleichsam wie in einem wundervollen Märchen: Wald, Stille, gläubige Christen, welche in der Zeit der heiligen Eucharistie in tiefem Gebet versenkten und sich das Heilige Abendmahl reichen ließen.“ – erzählt Frau Maria Dimitrova, Tochter von Ivan Valkov, welche seit 1936 das Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ verwalteten. „Während des herrlichen Sommers und im Herbst waren die Wellen des nahen Meeres zu hören, murmelte ein Bächlein, worüber eine kleine Holzbrücke führte.

    In diesen Jahren kamen viele Ausländer, wie Polen, Tschechen, Deutsche - weniger Engländer – hierher, um Sonne, Meer und die heilkräftigen Wirkstoffe des Weines zu genießen. Es gab noch kein „Balkantourist“ und auch nicht die heutigen Bettenburgen... Lediglich zwei zweigeschossige Hotels waren vorhanden. Im Erdgeschoss des einen befand sich die Backstube von Bai Dobri. Dort nahm man Bestellungen für Pogatschen, Banitza, Gjuvetsch, Grillhähnchen und vieles andere entgegen. Die Bauern der nahen Dörfer Kestritch (heute Vinitsa), Osenovo und Klimentovo lieferten für die Gäste frische Milch. In der kleinen Konditorei neben der Backstube konnte man Joghurt aus großen Aluminiumschüsseln, Wiener Kipferln und „Boza“ erwerben. In einem der Hotels waren Zimmer für die Besucher des Klosters reserviert.
    Hier übernachteten Priester, welche regelmäßig zu den Festlichkeiten des Klosters bzw. der Kirche anreisten. Im Sommer kamen viele Gottesfürchtige aus dem ganzen Land. Man erinnert sich an die Familien Professor Venelin Ganev’s, Professor Sirakovs und anderer. Ich erinnere mich auch an die Familie eines Freundes von meinem Vater – Professor Klaja, dem Gründer und Redakteur der ersten, weltweit erschienen Zeitschrift „Ökonom“. Sonntags und an Feiertagen wurde die heilige Messe in der kleinen Kirche des Klosters abgehalten. Besonders füllte sich die Glaubensstätte zum samstäglichen Abendmahl. Im Hof gab es eine Glocke, die mit ihrem Klang zum Gottesdienst rief. Wir Kinder – mein Bruder und ich sowie die Kinder von Professor Sirakov und Professor Ganev spielten neben den regelmäßigen Kirchgängen oft miteinander. Wir hatten ein sehr interessantes religiöses Schachspiel mit Texten des Evangeliums auf Brettern erdacht, welche auf Abbildungen aus der Heiligen Schrift gelegt werden mussten.

    Die stärksten Erinnerungen habe ich an den Kirchenfeiertag des Klosters. In die Kirche gelangte nur, wer zum Abendmahl zwischen den Feiertagen angereist war. Die Umgebung war mit Menschen angefüllt, die aus Varna, den angrenzenden Ortschaften und ferneren Dörfern, aus Dobritch, Baltchik u.s.w. gekommen waren.
    Häufig richtete unser Metropolit Simeon mit Unterstützung durch bekannte Priester von Varna wie Hristo Georgiev, Pashev, Doganov, Stefan oder Jordan und andere, den Gottesdienst im Kloster aus. Hier wurden – nicht nur an Feiertagen, auch zahlreiche Taufen und Trauungen durchgeführt. Die Menschen wussten um die Geschichte der Entstehung der wundersamen Ikone der beiden Apostel Konstantin und Elena. Daher kamen sie schon Tage vor dem Feiertag herbeigeströmt um zu beten, zu beichten und die Kirche war bereits die ganze Nacht vor der eigentlichen Feier total überfüllt.

    Auch die Spenden flossen sehr reichlich an diesen tagen. Ich erinnere mich, dass jedes Mal Metallkassetten zur Unterstützung Sozialschwacher, für Alte in Obdachlosenasylen, für Mütter- und Krankenhäuser aufgestellt wurden. Begüterte Bürger spendeten dem Kloster einen Teil ihrer Ersparnisse oder ihrer Güter (Aktien, Vieh u.a.)“
    Die komplexe Erweiterung des Seebades begann faktisch 1957, nach dem Bau des Hotels „Rose“ und dem Restaurant Tchernomorets (Schwarzmeeranwohner). In den darauf folgenden Jahren wurden Dutzende weitere gastronomische und Beherbergungseinrichtungen geschaffen. Bis 1992 hieß das Seebad „Druzhba“ (Freundschaft) und die geistlichen Begegnungsstätten wurden in museale Objekte umgewandelt, die lediglich in der Touristensaison christliche Dienste verrichteten. 1992 wurde der Kurort wieder umbenannt. Wie vormals ist er nun nach dem historischen Kloster „Heilige Konstantin und Elena“ benannt.

    1972 zeichnete Ökonom Simeon Vasilev für das Kloster verantwortlich. Damals wurde die letzte größere Restauration der kleinen Kapelle durchgeführt. Sie bekam einen neuen Ikonostas. Grundhaft wurde auch die gesamte Einrichtung restauriert. Seinerzeit war Großvater Jossif Metropolit von Varna. 1999 – nach fünfzigjährigem Verbot wurde auch das Statut des Mönchsordens wiederhergestellt und das Kloster begann neuerlich mit seinem Dienst an Gott und der Menschheit zu wirken. In diesem Jahr kam auch der, in Veliko Tarnovo geborene Archimandrit, Serafim Genovski als Abt ins Kloster. Trotz anfänglicher finanzieller Schwierigkeiten - mit viel Eigeninitiative, eigenen Mitteln sowie der Hilfe einiger gleichgesinnter Geldgeber, schaffte es Serafim, eine Reihe von Klosterzellen, den Speisesaal und eine Küche zu errichten. Eine neue Kuppel für die Kirche wurde gebaut und der phantastische Klosterhof gestaltet.

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erfolgt mit dem Segen Seiner Eminenz des Metropoliten von Varna und Veliki Preslav Dr. Kyrill
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